RHM Modul Hege

Der Revierhegemeister Kurs traf sich am 14. Oktober 2017 im Häußermann´s Ochsen in Ilsfeld zum Modul Hege. Tilman Stolz - Inhaber Jagdschule Rotes Schloss, Öhringer Straße 59, 74670 Forchtenberg - vertiefte in diesem Modul die Anforderungen, die auch an die Wildtierschützer in § 49(3) „… insbesondere bei Fragen der Hege und Habitatgestaltung“ für Privatpersonen und öffentliche Stellen beratend tätig zu sein, gestellt werden.

  • Tilman Stolz

    Tilman Stolz

In seinen Ausführungen ging Tilman Stolz zu Anfang auf die Biotopverbesserung, den rechtlichen Rahmen und die gegebenen Möglichkeiten ein. Je vielfältiger ein Lebensraum desto vielfältiger sei auch der Wildtier-bestand und umso geringer seien auch bei abwechslungsreicher Äsungsmöglichkeit Wildtierkrankheiten anzutreffen. Dass Niederwildbestände nur bei ausreichender Deckung anzutreffen sind verstehe sich von selbst.

 

Hecken und Feldgehölze, deren Neuanlage, der richtige Pflanzverband, die Auswahl der geeigneten Pflanzen und deren Pflege wurden ebenso angesprochen wie die Bodenvorbereitung, die eigene Gewinnung von Saatgut und die Aussaat für Beerensträucher, wobei nach der Theorie von Landesgärtner Benjes die Vögel dies bei der nach ihm benannten Benjesecke übernehmen sollen.

 

Eine weitere Möglichkeit das Äsungsangebot zu verbessern sind Wildäcker. Auch hier wurde die Neuanlage (nur für Äsung oder auch zur Deckung?), die Auswahl der Saatgutmischung in Abhängigkeit von Boden, Klima und Umgebung und die Pflege behandelt. Auf den ersten Blick mag es schwer sein, geeignete Flächen hierfür zu finden, doch  Grenzertragsböden der Landwirtschaft, vernässte Stellen, stillgelegte Flächen, ungenutzte Holzlagerplätze, Kahlschläge, Stromleitungs- und Rückegassen böten gute Möglichkeiten.

 

Besonders wichtig sei eine gute Bodenvorbereitung bei der bei starker Verunkrautung auch ein Totalherbizid zum Einsatz kommen kann. Die nächsten Schritte sind dann Pflügen und Saatbettbereitung mit der Kreiselegge oder Fräse, Absetzen lassen, evtl. Frostgare, evtl. Grunddüngung mit Volldünger (NKP) oder Festmist und dann die Einsaat selbst entweder großflächig mit der Sämaschine oder kleinflächig von Hand; die letzten Schritte sind dann das Einarbeiten und das walzen, um einen guten Auflauf sicherzustellen; nacharbeiten wie Nachsaat, Distelbekämpfung und Düngung können notwendig werden.

 

Je nach vorhandener Wildtierart kommen unterschiedliche Pflanzen zum Einsatz, die Tilman Stolz im Einzelnen mit ihren Besonderheiten vorstellte. Auch die Heunutzung von Wildwiesen kann sinnvoll sein, wobei das rechtliche Thema der Fütterung zu beachten ist.

 

Streuobstwiesen, deren Anlage und Pflege ist Hobby von Tilman Stolz und so brachte er den Teilnehmern in viel Detailtreue den Baumschnitt von Obstgehölzen näher und besprach das Vorbereiten und Pflanzen verschiedener Gehölzarten mit Stecklingen zur Anlage von Deckung im Feld.

 

Verschiedene Arten von Teichanlagen und deren Uferbepflanzung aus Rhizomen und Sprösslingen waren der letzte Schwerpunkt, den Tilman Stolz setzte. Die rechtlichen Anforderungen sind aber für diese Art der Lebensraumverbesserung besonders hoch geworden.

 

Text und Fotos: Hans-Ulrich Endreß

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